Luise Schulte-Jerchel & Anja Poker

Das Kneipenkind

Softcover, 134 S. * Preis 14,90 Euro * 2018                                  

erhältlich im Verlags-Store, bei Autorenlesungen, sowie beim örtlichen Buchhandel

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Worum geht es?

Luise Schulte-Jerchel wuchs als Tochter der Wirtsleute Schulte in dem in Papenburg gut bekannten Lokal "Kiek in de Wiek" auf. Geboren 1957 durchlebte sie als kleines Mädchen die 60er Jahre - sah mehr als man heute Kindern zubilligen würde, hatte mehr Freiheiten, aber zugleich auch mehr persönliche Einschränkungen. Ihre Sehnsucht war die nach einer abgeschlossenen Wohnung, einem Haus, das man verschließen kann, Privatspäre.

 

Sie ist ihren dankbar, dass sie alles für sie gegeben haben - und doch wird deutlich, dass sie sich als Kneipenkind von anderen abhebt und ihr Leben in einer Sonderrolle verbringt. Sie hat diese Zeit verarbeitet und schreibt in einem lockeren Ton aus eben der Sicht eines heranwachsenden Mädchens. So bietet dieses Buch auch einen humorvoll-kritischen Blick auf die Papenburger Gesellschaft jener Zeit.

 

Anja Poker hat 16 eindrucksvolle Zeichnungen aus den Erinnerungen entwickelt und hinzugefügt, die aus einer ganz anderen Blickrichtung an jene Zeiten erinnern, einer visualisierten. Das bringt noch eine ganz andere Spannung. 

  



Auszug aus: Ems-Zeitung  vom 12. Oktober 2019

Kneipenkind“ dominiert den Künstlertreff
Lesung und Ausstellung im Jugendkloster Ahmsen / Was ist eigentlich ein „Kruiden“?

 

Das Thema „Das Kneipenkind – aufgewachsen zwischen Vollmilch und Kruiden“ wusste offenbar anzusprechen, denn der bisher 27. Künstlertreff des Kunstforums im Jugendkloster Ahmsen war bestens besucht.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand sicherlich Luise Schulte-Jerchel mit ihrem Buch, das der Veranstaltung das Motto lieferte.


Doch bevor die Papenburgerin mit ihrer Lesung begann, musste sie zunächst den Begriff „Kruiden“ ihren Zuhörern erklären: „Das ist etwas, das rein für die Gesundheit ist“, umschrieb sie das plattdeutsche Wort und fügte erklärend hinzu, „ein Kräuterschnaps“, womit sie die Lacher auf ihrer Seite hatte. Entsprechend unterhaltsam und kurzweilig nahm die heute in Haren lebende Autorin das Publikum mit durch ihre Kinderjahre, die sie in den 1960er-Jahren im Haus mit der Papenburger Kneipe „Kiek in die Wiek“ verbrachte. Geboren im November 1957 als Tochter eines Ehepaares, das die besagte Gaststätte betrieb, wuchs Schulte-Jerchel nach eigenem Bekunden zwischen Musikbox, Spielautomat und Tischfußball heran.

Allerlei zu erzählen wusste sie über die Besucher der Kneipe: Da waren der zweifache Lottogewinner mit seiner Gattin, da waren die Werftarbeiter, die sich in den frühen Morgenstunden vor der Arbeit ihre Tagesration an prozentiger Flüssigkeit sowie an Nikotin abholten, und da waren diverse Tanten. „Die nicht alle meine wirklichen Tanten waren“, wie Schulte-Jerchel erklärte, „sondern auch Freundinnen meiner Mutter oder Nachbarinnen.“

Die Stärken des Buches sind sicherlich die Milieubeobachtungen aus der Kanalstadt in der Zeit, als das Wirtschaftswachstum an der Ems zu blühen begann. Schulte-Jerchel beschreibt die Menschen in ihrer Umgebung humorvoll, spart zuweilen aber auch nicht mit Kritik, denn auch Alkoholabhängigkeit, Aberglaube und Gewalt gehörten zu der sogenannten guten alten Zeit. Unterbrochen wurde die Lesung durch Darbietungen des Haselünner Pianisten und Musikers Paul Verheyen, der mit typischen Musikstücken der 1960er-Jahre den Blick der Zuhörer auf diese Zeitepoche schärfte.
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Ergänzt wurde die Veranstaltung durch zwei Ausstellungen. Zum einen stellte Anja Poker aus Haren-Hebel einige ihrer Werke aus. Zu ihren bevorzugten Techniken gehören Pastellkreide, Acryl- und Ölfarben sowie Bleistiftzeichnungen. Poker sorgte auch für die Illustration von Schulte-Jerchels Buch. Ihre Kohlezeichnungen greifen Schilderungen aus „Das Kneipenkind“ auf.

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